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Philipp von Schoeller (Politiker)

Aus Test
Datei:Philipp von Schoeller.jpg
Philipp von Schoeller
Daten zur Person
  • Vaterländische Front
  • Proponent des Deutsch-sozialen Volksbundes
  • Gesellschafter und Leiter im Bankhaus Schoeller & Co.
  • Konzerthausgesellschaft – Präsident (1937 bis 1945)
  • Vorsitzender des Fachverbandes Bergbau und Hüttenwerke ( bis 1938)
  • Präsident der 1. Wiener Walzmühle Vonwiller und Getreide AG ( bis 1938)
  • Verwaltungsrat der Grazer Waggon- und Maschinen-Fabriks AG ( bis 1938)
  • Verwaltungsrat der Julius Meinl AG ( bis 1938)
  • Verwaltungsrat der Leipnik-Lundenburger Zuckerfabriken ( bis 1938)
  • Verwaltungsrat der Eisenwarenfabriken Lapp-Finze AG ( bis 1938)
  • Präsident der Grünbacher Steinkohlenwerk AG ( bis 1938)
  • Präsidialmitglied im Industriellenbund ( bis 1938)
  • Präsident der Schoeller-Bleckmann Stahlwerke AG
  • Vizepräsident des Vereins der Bergwerksbesitzer Österreichs ( bis 1938)
  • Präsident des Verbandes der Hüttenwerke Österreichs ( bis 1938)
  • Präsident des Neunkirchner Industriellenverbandes ( bis 1938)
  • Vorsitzender des Verbandes österreichischer Berg- und Hüttenwerke ( bis 1938)
  • Proponent Deutsch-sozialer Volksbund ( bis 1938)
  • Steirischer Heimatschutz (Starhemberg-Richtung) ziviles Mitglied ( bis 1938)
  • Vizepräsident des Hauptverbandes Industrie ( bis 1938)
  • Mitglied der NSDAP ab (01.01.1936) (Nr. 6,336.894) (01.05.1938 bis )
  • SA-Sturm Demar-Schenker Angerer (laut Personal-Fragebogen) (28.05.1938 bis )
  • Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps-Oberstaffelführer (06.1938 bis )
  • Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps-Standartenführer
  • Leiter der Bezirksgruppe Ostmark Wirtschaftsgruppe Eisenschaffende Industrie
  • Beiratsmitglied der Reichsgruppe Eisenschaffende Industrie Berlin (1939 bis )
  • Wehrwirtschaftsführer (1939 bis )
  • Ratsherr (NS-Zeit) (11.05.1939 bis 16.03.1945)
  • Beiratsmitglied der Reichsgruppe Industrie Berlin (1940 bis )
  • Beirat im Gauwirtschaftsamt
  • Präsident der Wirtschaftskammer Wien (1942 bis 1943)
  • Präsident der Gauwirtschaftskammer Wien (1943 bis )
  • Leiter der Industrieabteilung
  • Beiratsmitglied der Südosteuropa-Gesellschaft
  • Verwaltungsrat der Creditanstalt-Bankverein
  • Zahlreiche weitere Funktionen und Mandate
  • Beiratsvorsitzender 1. Wiener Walzmühle Vonwiller, Schoeller KG (1945 bis )
  • Stellvertretender Vorsitzender Leipnik-Lundenburger Industrie AG (1945 bis )
  • Ehrenmitglied Internationale Stiftung Mozarteum, Salzburg (1945 bis )
  • Ehrenpräsident Wiener Allianz Versicherungs AG (1945 bis )
  • Gesellschafter und Leiter Schoeller & Co. (1958 bis )

Philipp von Schoeller, * 4. Jänner 1892 Czakowitz (Böhmen), † 8. Juni 1977 Salzburg, Politiker.

Biografie

Philipp von Schoeller wurde am 4. Jänner 1893 als Sohn eines Industriellen in Czakowitz, Böhmen, geboren. Nach der Matura studierte er fünf Semester an der Technischen Hochschule in Prag sowie ein Semester an der Technischen Hochschule Berlin (Eisenhüttenwesen). Er arbeitete als Gesellschafter und Leiter im Bankhaus Schoeller & Co., wurde Präsident der Schoeller-Bleckmann Stahlwerke AG und war ab 1958 erneut als Gesellschafter und Leiter von Schoeller & Co. tätig.

Er nahm am Ersten Weltkrieg teil. Von Schoeller war unter anderem Mitglied der Vaterländischen Front und ab dem 1. Mai 1938 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Er war im Beirat im Gauwirtschaftsamt, ab 1939 Wehrwirtschaftsführer sowie vom 11. Mai 1939 bis zum 16. März 1945 Ratsherr.

Nach 1945 stand sein Name auf der 2. Kriegsverbrecherliste. Vom 16. Mai 1945 bis zum 28. Juni 1947 war er in Haft. Schoeller & Co. wurde unter öffentliche Verwaltung gestellt. Das Volksgericht Wien verurteilte ihn am 15. März 1948 wegen der Paragrafen 10 und 11 Verbotsgesetz (1947) zu zwei Jahren schweren Kerker und Vermögensverfall (Vg 12f Vr 1676/1945). Das nach einem Beschluss vom 2. Februar 1951 wiederaufgenommene Verfahren wurde am 3. September 1951 eingestellt (Vg 8e Vr 57/1951).

Siehe auch: Ratsherren (NS-Zeit) (mit Auflistung aller Ratsherren)

Quellen

Literatur

  • Hans Gürtler [Hg.]: Der Prozess Schoeller. Wien 1948
  • Franz Mathis: Big Business in Österreich. Österreichische Großunternehmen in Kurzdarstellungen. Wien: Verlag für Geschichte und Politik 1987, S. 259–262
  • Klaus-Dieter Mulley: Zur Entnazifizierung der österreichischen Wirtschaft. In: Sebastian Meissl / Klaus-Dieter Mulley / Oliver Rathkolb [Hg.]: Verdrängte Schuld, verfehlte Sühne. Entnazifizierung in Österreich 1945–1955. Symposion des Instituts für Wissenschaft und Kunst. Wien: Verlag für Geschichte und Politik 1986, S. 118 f., S. 127 f.
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften [Hg.: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. Band 11. Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1995, S. 25 f.]
  • Maren Seliger: Scheinparlamentarismus im Führerstaat. "Gemeindevertretung" im Austrofaschismus und Nationalsozialismus. Funktionen und politische Profile Wiener Räte und Ratsherren 1934–1945 im Vergleich. Wien [u.a.]: Lit-Verlag 2010, S. 864 f.

Weblinks